Worauf muss ich beim Thema Datenschutz achten?
Virenschutz, Firewall und Mehrfaktor-Authentisierung sind nur einzelne Teile eines Datenschutz- und Sicherheitskonzepts. Seit Mai 2018 bildet die Datenschutz-Grundverordnung den gemeinsamen europäischen Rahmen für die Verarbeitung personenbezogener Daten.
Für Arztpraxen greifen zusätzliche Anforderungen. Dazu zählen branchenspezifische Sicherheitsrichtlinien, die von zuständigen Institutionen fortentwickelt werden. Ziel ist ein verlässlicher Schutz von Patienteninformationen über technische und organisatorische Maßnahmen hinweg.
Datenschutz bei tensorscope
tensorscope wollte Anwender für Informationssicherheit sensibilisieren und die relevanten Schutzanforderungen in die Entwicklung einbeziehen. Beim Seminal Analyzer, einer Software zur KI-gestützten Analyse von Mikroskopbildern für Spermiogramm-Workflows, stand der Schutz von Patienteninformationen im Mittelpunkt des dokumentierten Konzepts.
Die erhaltene Datenschutzerklärung des Seminal Analyzers beschreibt die produktbezogenen Verarbeitungsschritte ausführlicher.
Analyse ohne direkte Identitätszuordnung
Mit der Software wurden Mikroskopbilder und Videos analysiert. Zur internen Zuordnung hinterlegte der Nutzer eine Patienten-ID. Diese ID sollte nicht an die Analyseserver weitergeleitet werden, weil sie für die eigentliche Bildauswertung nicht erforderlich war.
Dieses Prinzip trennt die medizinische Identitätsverwaltung im Labor von der technischen Analyse. Das Analysesystem erhält nur die Informationen, die es für seinen klar definierten Zweck benötigt.
Datensparsame Supportfunktionen
Bildschirmaufnahmen können bei Supportanfragen helfen, den Kontext eines Fehlers zu verstehen. Gleichzeitig können sie unbeabsichtigt Patientenkennungen oder andere Informationen zeigen.
Das tensorscope Konzept sah deshalb vor, nur den notwendigen Kontext zu übertragen und Informationen, die Rückschlüsse auf Patientinnen oder Patienten ermöglichen könnten, auszublenden. Patienten-IDs wurden in Bildschirmaufnahmen verdeckt.
Guter Support beginnt mit der Frage, welche Information zur Lösung eines Problems wirklich gebraucht wird.
Technische und organisatorische Maßnahmen
Zum dokumentierten Schutzkonzept gehörten passwortgeschützte Systeme, automatische Bildschirmsperren und gezielt nach Funktion vergebene Zugriffsberechtigungen. Damit sollte klar geregelt werden, welche Person auf welche Daten, Ordner und Programme zugreifen kann.
Mitarbeitende wurden außerdem über Schweigepflicht und Datenschutz informiert. So verband das Konzept technische Kontrollen mit organisatorischer Verantwortung.
Datenschutz bleibt ein fortlaufender Prozess. Systeme, gesetzliche Anforderungen und praktische Abläufe ändern sich. Schutzmaßnahmen müssen deshalb regelmäßig überprüft und angepasst werden.